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Der neue grosse Saal sagt hallo!Kinoansicht. S-Bahn Obertürkheim: 200m geradeaus und gleich links sehen Sie mich! Gastro
                                            

Unser Filmprogramm von Montag, 11.12. bis Mittwoch, 20.12.17:

Welcher Film in  KINOTHEK 1 ... Beginn DATUM Welcher Film in  KINOTHEK 2 ... Beginn
SCHLOSS AUS GLAS 20.15 Mo11.12. KÖRPER UND SEELE 20.15
FROM BUSINESS TO BEING
MONSIEUR PIERRE GEHT ONLINE
18.15
20.15
Di 12.12. ***BARFUSS IN PARIS
SCHNEEMANN
18.15
20.15
WEIT DIE GESCHICHTE VON EINEM WEG UM DIE WELT
SCHLOSS AUS GLAS
17.45
20.15
Mi13.12. ***TULPENFIEBER
KÖRPER UND SEELE
17.45
20.15
MATHILDE  LIEBE ÄNDERT ALLES 20.15 Do14.12. Neu   DIE VIERHÄNDIGE 20.15
WEIT DIE GESCHICHTE VON EINEM WEG UM DIE WELT
SCHLOSS AUS GLAS
17.30
20.30
Fr15.12. Neu   UNTER DEUTSCHEN BETTEN
VICTORIA & ABDUL
17.30
20.30
 Die Augsburger Puppenkiste Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel
MATHILDE  LIEBE ÄNDERT ALLES
WEIT DIE GESCHICHTE VON EINEM WEG UM DIE WELT
15.15
17.30
20.15
Sa16.12. Neu   HAPPY FAMILY
DIE VIERHÄNDIGE
UNTER DEUTSCHEN BETTEN
15.15
17.30
20.
15
MATHILDE  LIEBE ÄNDERT ALLES
Die Augsburger Puppenkiste Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel
WEIT DIE GESCHICHTE VON EINEM WEG UM DIE WELT
KÖRPER UND SEELE
13.00
15.15
17.30
20.15
So17.12. DIE VIERHÄNDIGE
**HAPPY FAMILY
UNTER DEUTSCHEN BETTEN
MONSIEUR PIERRE GEHT ONLINE
13.00
15.15
17.30
20.15
SCHLOSS AUS GLAS 20.15 Mo18.12. VICTORIA & ABDUL 20.15
KÖRPER UND SEELE 20.15 Di 19.12. **MONSIEUR PIERRE GEHT ONLINE 20.15
*MATHILDE  LIEBE ÄNDERT ALLES
**FROM BUSINESS TO BEING
18.00
20.15
Mi20.12. *DIE VIERHÄNDIGE
**SCHNEEMANN
18.00
20.15
* NUR NOCH KURZE ZEIT  |   ** VORAUSSICHTLICH LETZTE VORSTELLUNG.  |    *** LETZTE VORSTELLUNG.   |   ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR!
Wie zeigen jeweils die deutsche Fassung (2D), wenn nicht anders angegeben.  |  OF=Originalfassung  | OmU=Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Zu Ihrer Information: Filmtheater erstellen ihr Filmprogramm in der Regel von Woche zu Woche. Wir aktualisieren dieses jeden Montag nachmittag für die nächsten zehn Tage. Informieren Sie sich bitte taggenau, denn aufgrund der Fülle an Filmen, die für uns interessant sind und bei nur zwei Kinosälen zeigen wir diese nicht täglich (!) innerhalb der Kinowoche (Donnerstag bis Mittwoch), sondern vielmehr über Wochen hinweg immer wieder tageweise.
Sie können von weiteren Vorstellungen eines Titels ausgehen, wenn dieser ohne Stern versehen ist.
Alle diesbezüglichen Angaben sind ohne Gewähr.


Unsere diese Woche neu einsetzenden Filme, kurz vorgestellt: (Quellen: programmkino.de/kino.de)

DIE VIERHÄNDIGE - 94 min. - Ab 16 J.
Unbeholfen spielen vier Kinderhände auf einem Klavier. Das Licht ist diffus und lässt den heimischen Ort etwas unheimlich erscheinen. Die Musik klingt dissonant, noch sind die Finger unsicher. Der Klang aber bereitet etwas vor, das schockieren soll. Denn plötzlich geht alles ganz schnell  … . Mit seinem Spielfilmdebüt “Bis auf Blut” hat Oliver Kienle bereits ein vielbeachtetes Jugenddrama vorgelegt. Die Geschichte um zwei Freunde, die in die Kriminalität abrutschen, erhielt Dutzende Preise, darunter etwa den wichtigen Publikumspreis des Max-Ophüls-Filmfestival. Jetzt legt Kienle einen Psychothriller über ein folgenreiches Versprechen nach. Während es im deutschen TV vor Krimis und Thrillern nur so wimmelt, nimmt sich der deutsche Kinofilm nur selten dieses Genres an und noch rarer sind dabei Psychothriller. Unverbrauchte Gesichter, ein eigenwilliges Filmset, eine Geschichte, die sich absetzt von den eingefahrenen Mustern des Genres, das ist man aus Deutschland nicht gewöhnt. Doch je mehr der deutsche Genrefilm an Selbstbewusstsein gewinnt, desto leichter werden sich die Projekte vielleicht durchsetzen. Bislang haben es solche Filme in der Kinolandschaft schwer, aber das wird sich mit Filmen wie diesem hoffentlich ändern. Ein herausragend konstruiertes Drehbuch lieferte die Grundlage für diese Geschichte um die beiden Schwestern Jessica und Sophie, deren Leben von Kindheit an untrennbar verbunden ist. Dies nicht nur durch ihre gemeinsame Leidenschaft für das Pianospiel begründet, sondern auch durch das alptraumhafte Erlebnis, als Kinder Zeugen eines Verbrechens geworden zu sein. Regisseur Oliver Kienle erzählt eine extrem spannende, psychologische Geschichte fürs Kino, die den Zuschauer bis zuletzt fesselt. Psychologisch extrem spannend verfolgt man die Vermischung der Identitäten, schwankend zwischen schizophrenen Attacken und Schuldgefühlen. Das ist raffiniert entwickelt und von der Regie sehr konsequent interpretiert. Als Glücksfall für den Film gilt die Besetzung mit Burgtheater-Schauspielerin Frida-Lovisa Hamann und Friederike Becht als Schwestern und Christoph Letkowski als Helfer in der Not, die ihre Rollen auf höchstem Niveau zu verkörpern wissen. Die Kameraführung mit bester Lichtarbeit ist raffiniert, die rhythmische Montage lässt eine sogartige und atemlose Spannung entstehen und hilft bei der visuellen Verrätselung der Story, die erfolgreich gegen viele Erwartungshaltungen und Konventionen gebürstet ist. Gedreht wurde im November und Dezember 2016 in Stuttgart und Umgebung. Ein eindrucksvoller Mix aus Mystery, Thriller und Drama.

UNTER DEUTSCHEN BETTEN - 100 min. - Ab 12 J.
In dem (Sachbuch-)Bestseller „Unter deutschen Betten – Eine polnische Putzfrau packt aus“ geht es um die Enthüllungen der osteuropäischen Reinigungskraft Justyna Polanska, die über viele Jahre lang in Deutschland für die Reichen und Schönen geschuftet hat. Geschrieben hat das Buch der Sachautor Holger Schlageter, die wahre Identität von Justyna Polanska ist bis heute nicht gelüftet. Zumindest in der Kinoadaption erhält Justyna nun aber erstmals ein Gesicht. Die Polin Magdalena Boczarska ist in ihrer Heimat ein Serienstar und war hierzulande bislang noch nicht auf der großen Leinwand zu sehen. Hier spielt sie mit einer solchen Leichtigkeit, dass ihr selbst neben der überlebensgroß aufspielenden Veronica Ferres sämtliche Sympathien zufliegen. Die Diskrepanz zwischen der schillernden Schlager-Queen und der unscheinbaren Haushaltshilfe könnte auf den ersten Blick größer kaum sein. Aber letztendlich versuchen beide Frauen in erster Linie, den schönen Schein zu wahren: One-Hit-Wonder Linda (Ferres), deren glanzvolle Zeiten längst hinter ihr liegen, ihren eigenen und Justyna eben den ihrer Arbeitgeber. Dass Linda während ihrer Zeit als Aushilfs-Putzfrau den Wert wahrer Freundschaft erkennt und ihrer eigenen Branche im Finale mit einer seichten Unplugged-Freundschafts-Hymne den Kampf ansagt (eben weil sie die Rechte an dem Song für sich behält), ist zwar alles andere als originell, aber zum Ausgleich schlagen die Drehbuchautorinnen Lucy Astner, Judith Bonesky und Mira Thiel einen stimmigen Erzählbogen von den fiktiven Ereignissen des Films hin zum realen Erscheinen des Buchs: In „Unter deutschen Betten“ werden wir nämlich Zeuge, wie die von Justyna verfassten Beobachtungen überhaupt erst an die Öffentlichkeit gelangen. Ein seichtes Happy End, aber ein augenzwinkerndes Spiel mit der halb-sachbuchartigen Natur des Buches. Jan Fehses auf dem gleichnamigen Sachbuch basierende Komödie geht erzählerisch wenig Risiko ein und setzt an manchen Stellen zu sehr auf Klamauk. Trotzdem hat sie das Herz am rechten Fleck und besticht mit zwei Hauptdarstellerinnen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und gerade deshalb als Duo funktionieren.

HAPPY FAMILY - 93 min. - Ab 0 J.
Animationsfilme sind ein fester Bestandteil des Kinoangebots und sie gehören oft zu den größten Hits. Die großen globalen Trickfilmerfolge stammen allerdings fast alle aus Hollywood, die europäische und insbesondere die deutsche Konkurrenz kann mit Disney und Co. schon rein finanziell und damit letztlich auch technisch kaum mithalten. Dennoch stürzen sich auch hierzulande immer wieder Filmemacher in das riskante Abenteuer Animationsfilm und Holger Tappe ist einer der eifrigsten von ihnen: Nach den beiden Urmel-Filmen und „Konferenz der Tiere“ legt er nun einen weiteren Animationsfilm vor, und sein bislang bestes Werk. Nicht bloß die Computeranimationen sind in ihrem Detailreichtum äußerst schön anzusehen, auch erzählerisch punktet das Familienabenteuer mit Kreativität und Einfallsreichtum. Und als Bonus gibt es ein bisschen Gruselflair. Aus einer permanenten Familienkrise zieht die böse Zauberin Baba Yaga ihre Kraft und verwandelt Familie Wünschmann in Monster. Ein amüsantes Abenteuer, das die Familie um den halben und Baba Yaga sogar um den gesamten Globus führt. Bei dem Versuch, sich wieder zurück in ihre Heimat London zu beamen, landet diese nämlich überall, aber nicht an ihrem Zielort. Das sorgt für Spaß und für Abwechslung, denn bei den verschiedenen Schauplätzen, von der ägyptischen Wüste bis zu den Kanälen Venedigs, können sich die Animatoren visuell so richtig austoben. Ein charmantes Animationsabenteuer, das mit abwechslungsreichen Settings und einer liebevollen Figurenzeichnung punktet, sodass man der nicht ganz so glücklichen Familie für ihr Happy End bis zuletzt die Daumen drückt.


Weitere Filme, aktuell im Programm: (Quellen: programmkino.de/kino.de)

SCHLOSS AUS GLAS - 127 min. - Ab 12 J.
Destin Daniel Cretton hat die bekannte Autobiografie von Jeannette Walls über eine Kindheit in einer Aussteigerfamilie verfilmt. Ein hochemotionales und facettenreiches Familiendrama, das von Woody Harrelson und Brie Larson darstellerisch veredelt wird. Als Kind hat Jeannette Walls nie länger als ein paar Wochen am selben Fleck gewohnt. Die Mutter war Künstlerin, der Vater hat nie einen Job lange behalten können, da Spiel- und Alkoholsucht das verhindert haben. Für Jeannette und ihre Geschwister ein Leben ohne Sicherheit. Aber auch ein großes Abenteuer. Denn mit ihrem Vater verband sie ein festes inneres Band. Stundenlang planten Jeannette und ihr Vater gemeinsam irgendwann ein Schloss aus Glas zu bauen. Nun ist Jeannette erwachsen. Sie ist Journalistin, mit einem Finanzanalysten verheiratet und sehnt sich nach Ruhe, Beständigkeit und Ordnung. Ihre Kindheit und Familie scheint sie hinter sich gelassen zu haben. Doch letzten Endes kann sie nicht verhindern, immer ein Teil von ihr zu sein. Dass die Geschichte der Frau, die zwischen Liebe zu ihrer Familie und dem Wunsch nach einem anderen Leben hin- und hergerissen ist, so sehr berührt, ist auch dem fantastischen Ensemble zu verdanken. Woody Harrelson erscheint als Idealbesetzung für Jeannettes Vater: Auf der einen Seite ein Held, der gebildet, kreativ und großherzig ist. Auf der anderen Seite ein Abhängiger, dem es aufgrund seiner eigenen psychischen Probleme nicht gelingt, die Rolle als Vater und Versorger der Familie überzeugend auszufüllen. Auch Naomi Watts überzeugt als freigeistige Mutter, die ihr eigenes Bedürfnis nach Unabhängigkeit vor die Bedürfnisse ihrer Familie stellt und es nicht schafft, sich gegen ihren Mann zu stellen, wenn dieser einmal wieder einen Job verliert oder mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Der Film zeigt ungeschönt und offen die Ambivalenz der Elternfiguren, ohne sie zu verdammen. Denn schließlich ist der Film aus der Perspektive der Tochter erzählt, die Brie Larson mit einer eindrücklichen Mischung aus anerzogener Härte und hinter der Fassade aufblitzender Verletzlichkeit spielt. Nebenbei gelingt dem Film, durch die unstete Lebensweise der Familie, auch eine realistisch anmutende Milieustudie der amerikanischen unteren Arbeiterschicht. Ein bewegendes und stark gespieltes Drama, an dessen Ende die Versöhnung zwischen Tochter und ihrem Vater steht. Und die Erkenntnis, dass Schlösser aus Glas nicht zwingend gebaut werden müssen. Manchmal reicht es aus, von ihnen zu träumen.

KÖRPER UND SEELE - 116 min. - Ab 12 J.
Liebe am Arbeitsplatz? Die gibt’s. Viele Paare kommen sich zwischen Büro und Teeküche näher. In einem Schlachthof aber scheinen Romanzen gänzlich unmöglich. Und doch erzählt die ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi eine bezaubernde Liebesgeschichte. Enyedi nimmt sich sehr viel Zeit, ihre schwierigen Charaktere zu beschreiben und ihnen, mit unterschiedlichem Tempo, eine Entwicklung zuzugestehen. Während Endre mit den Frauen längst abgeschlossen hat und aus Angst vor Zurückweisung eines einsames Leben führt, muss Maria den Kontakt mit anderen Menschen erst noch lernen. Zu den schönen Ideen des Films zählt, dass sie, obwohl eine erwachsene Frau, noch immer zu einem Kinderpsychologen geht und zuhause mit Playmobilfiguren und Salzstreuern mögliche Gespräche einübt. Wenn sie durch beherzten Griff in Kartoffelpüree oder in das Fell eines Rinds trainiert, Berührungen zu ertragen, hat das etwas sehr Anrührendes und Komisches. Denn komisch ist dieser Film auch. Solch ein Kammerspiel an ungewöhnlichem Ort funktioniert nur mit den richtigen Schauspielern. Besonders Alexandra Borbély überzeugt durch eine fast völlige Reduktion von Mimik und Gesten. Umso überraschender ist es, wenn sich ihr wächsernes Gesicht zu einem zaghaften Lächeln öffnet. Dank ihres radikal zurückgenommenen Spiels und den roboterhaften Bewegungen wird ihre fragile Erscheinung zur Projektionsfläche. Es mag bessere Filme über Autismus geben. Bei Enyedi überzeugt jedoch die eigentümliche Mischung aus emotionaler Metaphysik und schwarzem Humor. Erklärt die blutüberströmte Maria ihrem Geliebten am Telefon, sie müsse noch etwas erledigen, »was eine Weile dauert«, dann sind diese drastischen Bilder eine Herausforderung für den Liebhaber des gepflegten Arthousefilms. Dank phantasievoller szenischer Erfindungen gelingt der ungarischen Regisseurin ein betörend schönes Werk, das buchstäblich den Traum entfesselt. „Körper und Seele“ lief gleich am zweiten Tag im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale. Und ging der Jury nicht mehr aus dem Kopf. Er gewann den Goldenen Bären.

MATHILDE - 110 min. - Ab 12 J.
Er war der letzte Zar Russlands: Nikolaus II. Alexandrowitsch. Doch um seine Zeit als Kaiser, immerhin von 1894 bis 1917 oder um seine Ermordung und die seiner ganzen Familie im Juli 1918 wird es in diesem Historienepos nicht gehen, darauf lässt schon der Filmtitel schließen. „Mathilde“ ist vielmehr die Geschichte einer überlebensgroßen Liebe, einer Liebe, die sich gegen alle Widerstände zu behaupten sucht und doch zum Scheitern verurteilt ist. Der Grund: Gegen das eng gesteckte Korsett der Konventionen am Zarenhof kommt der Einzelne nicht an. Zunächst sehen wir eine Katastrophe mit einer bemerkenswerten Action-Szene. Zar Alexander III. ist mit seiner Familie mit dem Zug unterwegs, bei einem Bahnübergang bleibt ein Bauer mit seinem Eselskarren stecken, es kommt zur Kollision. Bei der nun folgenden Rettungsaktion strengt sich Alexander III. so sehr an, dass er fortan auf einen Rollstuhl angewiesen ist und die Regierungsgeschäfte nicht mehr führen kann. Nikolaus II., dargestellt von Lars Eidinger, ist der Thronfolger, zur Krönung soll er aus Gründen der Staatsräson die deutsche Prinzessin Alix von Hessen-Darmstadt, später bekannt als Alexandra, heiraten. Doch Nikolaus ist, der Zuschauer weiß es schon längst, anderweitig verliebt: in Mathilde Kshessinsksa., eine schöne, lebenslustige Primaballerina (übrigens eine der besten ihrer Zeit), die eine fast schon magnetische Anziehung auf Männer ausübt. Bei einer Ballettaufführung nimmt sie Nikolaus fest in den Blick, und als ihr eine eifersüchtige Kollegin den Träger aufknotet, so dass die linke Brust zum Vorschein kommt, tanzt sie selbstbewusst weiter. Sie weiß, dass sie angeschaut wird, und sie genießt es.  Dem Hof ist die Liaison zwischen Thronfolger und Tänzerin allerdings nicht recht. Als Alexander stirbt, treibt darum seine Witwe die Eheschließung zwischen Nikolaus und Alix voran.  Alexei Uchitels Film ist beeindruckendes Ausstattungskino, bei dem nicht gespart wurde. Er drehte in den ehemaligen Zarenpalästen in Sankt Petersburg, im Mariinsky-Theater und im Bolschoi. Sets wie der Katharinenpalast (wo ein Maskenball gefeiert wird) und die Mariä-Entschlafens-Kathedrale (wo Nikolaus gekrönt wird) wurden aufwändig nachgebaut. Nicht zu vergessen die Katastrophe in Khodynka, wo anlässlich der Krönung 100.000 Menschen erwartet wurden und beschenkt werden sollten. Es kamen eine halbe Million Schaulustige, bei der Massenpanik starben 2000 Menschen. Das macht aus „Mathilde“ ein Epos der Attraktionen, die den zugrunden liegenden Konflikt aber nicht überdecken. Nikolaus ist ein Mann zwischen zwei Frauen, die er beide aufrichtig liebt, zwischen Staatsraison und privatem Glück versucht er eine Lösung zu finden. Lars Eidinger macht diesen Zwiespalt beeindruckend deutlich. Die steifen Uniformen, die er als Zar tragen muss, zwingen ihn förmlich in seine Rolle.

SCHNEEMANN -  120 min. - Ab 16 J.

Harry Hole tritt erstmals als Ermittler auch im Kino an. Regisseur Tomas Alfredson (DAME KÖNIG AS SPION) hat die Geschichte, in der es ein brutaler Serienmörder auf junge Mütter abgesehen hat, als einen der ersten aus der Bestsellerreihe des norwegischen Autors Jo Nesbø verfilmt. Dabei ist ihm ein atmosphärisch dichter Thriller gelungen. Harry Hole (Michael Fassbender) und seine junge Kollegin Katrine Bratt (Rebecca Ferguson) begeben sich auf der Jagd nach dem bestialischen Täter selbst in höchste Gefahr. Der Film versteht es trefflich, seine markanten Protagonisten, neben Fassbender unter anderen auch Charlotte Gainsbourg und Val Kilmer, in ein imposantes Setting mit hohen Schauwerten einzubinden. Knisternde Spannung aus dem kühlen Norden. Der unter die Haut gehende Thriller bedient handwerklich exzellent die Fans des Thriller-Genres. Alfredson legt geschickt falsche Fährten, erzeugt eine an den Nerven zerrende Spannung und setzt gekonnt auf Schockelemente. Die Kulisse bildet das winterliche Norwegen, die verschneiten Seen und die Fjorde werden ebenso wie die vom Schnee zugedeckten Straßen und Plätze optisch opulent und reizvoll in Szene gesetzt.

FROM BUSINESS TO BEING - 89 min. - Ab 6 J.
... erzählt die Geschichte dreier Führungskräfte, die sich auf die Suche nach Wegen aus dem "Hamsterrad des Getriebenseins" gemacht haben: Ein ehemaliger Investmentbanker bei Lehman Brothers, ein Großprojektmanager der Automobilindustrie und ein Gebietsverantwortlicher der "dm" Drogeriemarktkette. Ihre Motivation: der Wunsch nach mehr Begeisterung, Sinnhaftigkeit und Authentizität bei ihrer Arbeit. Einfühlsam und ohne Tabus gewähren Hanna Henigin und Julian Wildgruber tiefe Einblicke in die Gefühlswelt der sonst so abgeriegelten Welt der Business-Leader und gehen der Frage nach, inwieweit die Krisen der heutigen Arbeitswelt Bewusstseinskrisen sind. Können Meditation und Bewusstseinstraining dabei helfen, sich von stresserzeugenden Denk- und Handlungsmustern zu befreien und zu sich selbst zu finden? Welche Fähigkeiten benötigen Führungskräfte in Zukunft und wie müssen Organisationen in einer globalisierten Welt für ein besseres Miteinander neu gedacht und gestaltet werden? Auf der Suche nach Antworten treffen die Filmemacher auf Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Meditationspraxis, die eine Brücke zwischen "Business" und "Being" schlagen und neue Impulse für einen Kulturwandel im Wirtschaftsleben geben, der das Wohl aller im Sinn hat. Ein Film, der berührt, zum Diskurs anregt und vor allem dazu ermutigt, nach innen zu schauen: Wer bin ich? Was begeistert mich? Und wie lebe und handle ich entsprechend? In der Überzeugung, dass eine bessere Arbeitswelt und Gesellschaft mit der Bewusstwerdung des Einzelnen beginnt.

VICTORIA UND ABDUL - 112 min. - Ab 6 J.
In seiner wie immer wohlwollend-verschmitzten Art erzählt Stephen Frears von der ungewöhnlichen Freundschaft - sehr frei nach einer wahren Begebenheit - , die Queen Victoria zu ihrem indischen Bediensteten Abdul Karim unterhielt. Judy Dench ist großartig als eigensinnige Monarchin. Ali Fazal spielt Abdul Karim als karrierebewussten Abenteurer, der die Königin mit viel Charme um den kleinen Finger wickelt, sie aber tatsächlich auch mag, und fast der einzige ist, der sie als Mensch und Person wahrnimmt. Nach dem Tod ihres Ehemanns Albert pflegte die Queen mehrere sehr enge Freundschaften zu männlichen Angestellten, die für viel Klatsch und Tratsch und Empörung bei Hofe sorgten. Um diese Anekdote herum strickt Stephen Frears die amüsante und gelegentlich rührende Geschichte einer Art Freundschaft zwischen zwei eigensinnigen Personen, die von ihrer Nationalität und ihrer Herkunft her eigentlich nur als Diener und Herrscherin oder als Unterdrückter und Unterdrückerin miteinander hätten agieren sollen. Wie schon in THE QUEEN demontiert Frears die Absurditäten der höflichen Etikette mit gepflegtem Amüsement. Judi Dench verkörpert Queen Victoria mit einer unvergleichlich bravourösen Mischung aus royaler Grandesse und tiefer innerer menschlicher Zerrissenheit. In ihrem Gesicht zeichnet sich das fortschreitende Alter ebenso überzeugend ab wie der zermürbende Kampf einer Frau innerhalb des Hofs, der als Jahrmarkt der Eitelkeiten von Missgunst geprägt ist. Die Figur des Abdul, den Ali Fazal mit Wärme und Güte verkörpert, wirkt auch für den Zuschauer wie eine Erinnerung an die Menschlichkeit, mit der er das Herz der Königin erobert. Scheinbar nahtlos gehen dank dem Drehbuch von Lee Hall Komödie und Tragödie Hand in Hand, wobei die amüsanten Momente nie lächerlich wirken und die dramatischen Konflikte, die mehr und mehr das Dilemma dieser unmöglichen Freundschaft zweier auf den ersten Blick so unterschiedlichen Menschen offenbaren, nie ihre Leichtigkeit verlieren. Eine perfekte Bildkomposition, prachtvolle Kostüme und Spielorte und ein berührender Score komplettieren den Film und machen diesen zu einem wahrhaft königlichen Leinwandereignis.

WEIT - Die Geschichte von einem Weg um die Welt - 125 min. - Ab 0 J.
Sie wollen ihr Zuhause verlassen, um zu entdecken, was Heimat für andere bedeutet: Das junge Paar Patrick und Gwen aus Freiburg zieht mit dem Rucksack gen Osten und weiter bis um die Welt. Die zwei versuchen dabei auch, sich in Verzicht zu üben. Das Ziel ist es, nicht mehr als fünf Euro am Tag auszugeben, und nicht zu fliegen. Jeder zurückgelegte Meter soll mit allen Sinnen wahrgenommen, Grenzen sollen ausgetestet und neben dem Verzicht soll auch der Genuss gelernt werden. Bei jedem Schritt wollen Patrick und Gwen spontan und neugierig bleiben. Die beiden sind drei Jahre und 110 Tage unterwegs, bewegen sich ausschließlich als Anhalter fort, ob mit Bus, Zug, Schiff. Am Ende kommen fast 100.000 Kilometer durch Europa, Asien sowie Nord- und Zentralamerika zusammen. Sie kehren zu dritt zurück. Im Mittelpunkt der Reise steht immer der unmittelbare Kontakt zu den Menschen, die sie durch das „per Anhalter reisen“ besonders intensiv erleben dürfen. Sie, und wir mit ihnen, sind mittendrin im Alltag der Menschen. Jedes Auto bringt eine neue Geschichte, eine neue Begegnung, die man so nie hätte planen können. Der Film und die beiden Reisenden Patrick und Gwen sind dermaßen sympathisch, dass man sich ungeheuer gerne mit ihnen auf ziemliche Abenteuer einläßt quer durch die Welt, meist trampend, oft im Zelt schlafend, oft auch bei Menschen, die sie unterwegs kennen lernen. Da Patrick zudem von Beruf Kameramann ist, kann man sich über erstaunlich professionelle Bilder freuen, die immer dicht dran sind an der Natur und den Mitmenschen. Viel schöner kann man nicht Lust machen aufs Reisen, auf Welt entdecken, auf Menschen kennen lernen. Ein Film wie eine gelebte Völkerverständigung, und ein Erfolgsprojekt ohnegleichen. Anfänglich gedacht, nur Bilder und Videos für Freunde ins Netz zu stellen, entwickelte sich daraus ein Kinofilm, der mittlerweile über 200.000 Besucher begeistert hat. Dabei sind die 130 Minuten des Kinofilms nur ein Bruchteil des Materials, das insgesamt zur Verfügung stand. Nach fünf Monaten anstrengender Deutschlandtour starten die beiden nun ihre Live-Bühnentour, mit weiteren Geschichten und vielen neuen Anekdoten. „Herzlichen Dank für all das schöne Feedback, das wir täglich persönlich, per mail, über das Gästebuch und Facebook bekommen! Es berührt uns immer wieder zu beobachten, was für eine Reichweite die wunderschönen Begegnungen, die wir auf unserer Reise erleben durften, nun haben. Grüße von Herzen: Patrick und Gwen. (www.weitumdiewelt.de).


MONSIEUR PIERRE GEHT ONLINE - 99 min. - Ab 6 J.
Er gilt als der französische Buster Keaton und Woody Allen in einer Person: Pierre Richard. Mit der Agentenkomödie „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“  verzauberte er in den 70er Jahren ein Millionen-Publikum mit seiner entwaffnenden Arglosigkeit und lächelte sich auf liebenswürdigste Weise durch alle Kalamitäten. Der geniale Komödiant steht immer noch vor der Kamera. Coole Klamotten, lässige Körpersprache, der Kopf eines philosophischen Bonvivants, dem niemand unterstellen würde, er sei in seiner Einfalt nicht mehr von dieser Welt. Auch im Alter kennt so jemand keinen Stillstand. Der Grandseigneur wandelt sich bei seinem virtuellen Flirten in der Internetwelt vom griesgrämigen Witwer zum agilen Best-Ager auf Freiersfüßen. Erzählt wird von einer verzwickten, etwas anderen Dreiecksbeziehung, die immer wieder für hinreissende Missverständnisse sorgt. Die von Edmond Rostands Versdrama „Cyrano de Bergerac“ von 1897 inspirierte Handlung über einen heimlichen Verliebten, der einem anderen Mann als Ghostwriter dient, würzt Regisseur Stéphane Robelin mit erfrischender Situationskomik. Nach seinem Erfolg „Und wenn wir alle zusammenziehen?“ über eine eigenwillige Rentner-WG punktet sein Lustspiel erneut mit seiner präzisen Inszenierung und jeder Menge unverbrauchter Pointen. Eine Komödie der Irrungen über alle Altersgrenzen hinweg.

Die Augsburger Puppenkiste im Film: ALS DER WEIHNACHTSMANN VOM HIMMEL FIEL - 64 min. - Ab 0 J.
Wir geben Sondervorstellungen für Ihre Kindergruppe/Schulklasse. Tel. 0711-9189640 (AB, Wir rufen zurück).


Die Kinder Ben (Stimme: Maximilian Frisch) und Charlotte erleben an Weihnachten ein unglaubliches Abenteuer, als während eines starken Gewitters der letzte echte Weihnachtsmann Niklas Julebukk (Thomas M. Held) unsanft in der Straße, in der sie wohnen, notlandet, mitsamt seinem Wohnwagen, den frechen Kobolden Fliegenbart (Stefan Schmieder) und Ziegenbart (Andreas Ströbl), dem Rentier Sternschnuppe und dem Weihnachtsengelchen Matilda (Christl Peschke). Gemeinsam müssen sie es mit dem fiesen Waldemar Wichteltod (Peter Pius Irl) und seiner Armee von Nussknackern aufnehmen, die Weihnachten zu einem Fest des Konsums machen wollen. Zum Glück hat Julebukk mit Ben und Charlotte zwei Kinder gefunden, die noch an den ursprünglichen Zauber des Weihnachtsfests glauben. Wird es Niklas Julebukk mit Unterstützung seiner Gefährten gelingen, seine Weihnachtsmission auszuführen? Können sie dem finsteren Waldemar ein für alle Mal das Handwerk legen? Und wird vielleicht sogar Bens Vater den Glauben an den Weihnachtsmann wiederfinden? Nach 70 Minuten dürfte der hartnäckigste Skeptiker überzeugt sein, dass auch Marionetten Gefühle haben. Die Adaption von Cornelia Funkes gleichnamigem Bestseller in einer wunderschönen Inszenierung der Augsburger Puppenkiste um einen Weihnachtsmann, der sich der Kommerzialisierung verweigert.